EP/Gebhardt/Offener Brief an Präsident Sarkozy

Veröffentlicht am 12.05.2011 in Europa

Deutsche und französische Europaabgeordnete fordern die sofortige
Stilllegung des Pannenreaktors Fessenheim.

In einem offenen Brief an den französischen Präsidenten Sarkozy setzen sich deutsche und französische Europaparlamentarier der Fraktionen der
Sozialdemokraten und der Grünen/EFA für die sofortige Stilllegung des
Atomkraftwerks (AKW) Fessenheim ein. In ihrem Schreiben betonen die
Abgeordneten aus dem Elsass und aus Baden-Württemberg sowohl die besondere Gefährdung die von Fessenheim ausgeht, als auch die Notwendigkeit eines energiepolitischen Neuanfangs.

"Das AKW Fessenheim muss sofort stillgelegt werden. Seit Jahren häufen sich die Sicherheitsprobleme, was unlängst damit zusammenhängt, dass die vorgesehene Laufzeit schon um mehr als die Hälfte überschritten wurde", kritisierte Evelyne Gebhardt. Die deutschen und französischen
Europaabgeordneten fordern Präsident Sarkozy daher in ihrem Schreiben auf, unverzüglich den Schutz der Menschen in der Region an erster Stelle zu setzen.

In Baden-Württemberg wurde mit der Abschaltung von Philippsburg und
Neckarwestheim ein erster Schritt weg von der Krisentechnologie Atomkraft gemacht. Eine Stilllegung von Fessenheim kann allerdings nur als Anfang gesehen werden. "Wir Sozialdemokraten und sozialdemo-kratinnen setzen uns stark dafür ein, den Umbau unserer Energiesysteme hin zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Die atomare Gefahr kennt keine Grenzen.
Europaweit muss zusammengearbeitet werden, um die Menschen in der Region vor den Gefahren von AKWs zu schützen", so die Binnenmarkt-expertin Evelyne Gebhardt.

"Anstatt diesen Pannenreaktor weiter zu betreiben, sollte er in eine
Pilotanlage zur Erforschung und Erprobung der für den Abbau von
Atomkraftwerken notwendigen Technologien umgewandelt werden. Das schließt einen Atomunfall aus und sichert gleichzeitig Jobs und Know-How in der Region", schlägt die Evelyne Gebhardt abschließend vor.

Hintergrund:

In Fessenheim steht das älteste noch aktive Atomkraftwerk Frankreichs.
Obwohl nur für eine Lebensdauer von 20 Jahren konzipiert, ist es seit 34
Jahren in Betrieb und hat dabei viermal mehr sicherheitsrelevante Vorfälle
aufzuweisen als jedes andere französische AKW. Neben der veralteten Technik seiner zwei Druckwasserreaktoren wurde das AKW in einem von Überschwemmungen und erhöhter Erdbebengefahr bedrohten Gebiet erbaut.

Evelyne Gebhardt
Mitglied des Europäischen Parlaments
Europabüro, Keltergasse 47, D-74653 Künzelsau, Tel. 07940-5 91 22, Fax 07940-5 91 44
EGebhardt.MdEP@t-online.de

 

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