
Mit breiter Beteiligung und großer Sachorientierung hat die SPD Baden-Württemberg am vergangenen Wochenende ihren Landesparteitag in der Donauhalle in Ulm abgehalten. Die Delegation der SPD-Breisgau-Hochschwarzwald war mit acht stimmberechtigten Mitgliedern vertreten und beteiligte sich aktiv an den Beratungen, Personalentscheidungen und politischen Debatten.
Der Parteitag stand im Zeichen einer inhaltlichen und personellen Neuausrichtung der Landespartei, ausgelöst durch das historisch schwache Ergebnis der vergangenen Landtagswahl. Ziel war es, politische Lehren zu ziehen und die SPD in Baden-Württemberg strategisch neu aufzustellen.
Zum Auftakt legte der bisherige Landesvorsitzende Andreas Stoch seinen Rechenschaftsbericht vor. Darin beschrieb er offen die schwierige politische Ausgangslage nach der Landtagswahl und unterstrich die Notwendigkeit struktureller und personeller Veränderungen. Für seine Arbeit wurde Andreas Stoch von den Delegierten mit großer Anerkennung verabschiedet.
Nach einer Satzungsänderung, mit der die Voraussetzungen für eine Doppelspitze geschaffen wurden, wählten die Delegierten mit deutlicher Mehrheit Robin Mesarosch und Isabel Cademartori zu den neuen Landesvorsitzenden. Beide waren bereits zuvor aus einer parteiinternen Mitgliederbefragung als Favoriten hervorgegangen.
Die neue Doppelspitze verbindet unterschiedliche politische Hintergründe und Erfahrungen. Robin Mesarosch war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte zu den wenigen SPD-Abgeordneten, die ihr Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2025 verbessern konnten. Isabel Cademartori gewann als letzte SPDKandidatin ein Direktmandat in Baden-Württemberg. Beide betonten in ihren Reden die Bedeutung von Glaubwürdigkeit, Präsenz vor Ort und einer klaren sozialdemokratischen Haltung.
Am zweiten Tag des Landesparteitags standen die Wahlen weiterer Führungsgremien auf der Tagesordnung. In geordneter Atmosphäre bestimmten die Delegierten den neuen Generalsekretär, die Schatzmeisterin, vier stellvertretende Landesvorsitzende sowie die Beisitzer:innen des Landesvorstands.
Neu in den Geschäftsführenden Landesvorstand gewählt wurden Yannick Hummel und Viviane Sigg als stellvertretende Landesvorsitzende, Jan Peter Röderer als Generalsekretär sowie Tamara Hübner als Schatzmeisterin. Parsa Marvi und Jasmina Horster wurden als stellvertretende Vorsitzende bestätigt.
Zugleich nutzte die Versammlung die Gelegenheit, langjährige Verdienste zu würdigen. Rita Schwarzelühr-Sutter und Dorothea Klinch-Behnke, beide langjährige stellvertretende Landesvorsitzende, wurden mit großem Dank für ihr Engagement verabschiedet. Auch Ulrich Tempel, der über mehrere Jahrzehnte als Schatzmeister der Landespartei tätig war, schied aus dem Amt. Sein Einsatz wurde von den Delegierten besonders gewürdigt.
Neben den personellen Entscheidungen nahmen die inhaltlichen Beratungen breiten Raum ein. Die Delegierten diskutierten intensiv über die zukünftige Funktionsweise der Landespartei, organisatorische Reformen sowie die politische Positionierung der SPD in Baden-Württemberg. In verschiedenen Wortmeldungen wurde die Bedeutung eines selbstbewussten sozialdemokratischen Profils und einer klaren Oppositionsarbeit betont.
Die Ergebnisse des Landesparteitags markieren einen wichtigen Neuanfang für die SPD BadenWürttemberg. Mit erneuerter Führung, klaren inhaltlichen Debatten und breiter Beteiligung sieht sich die Partei gut aufgestellt, um wieder als profilierte und zukunftsorientierte politische Kraft im Land aufzutreten.